Pflanzenwelt

Rosige Zukunft

Der alte Rosengarten in Zofingen sollte zum biodiversen Begegnungsort werden. Diese Idee ging aus einer Veranstaltung hervor, welche die Zukunft des Areals zum Thema hatte. Anfang Juni 2022 wurde der neue Park eröffnet.

Für die Erarbeitung des Gesamtkonzepts war Winkler Richard Naturgärten beauftragt worden. Schon bei der ersten Begehung stand für Peter Richard fest, dass auf dem 10 000 m2 grossen Areal, das bis in die 1950er-Jahre als Friedhof diente, die Rose wieder im Zentrum stehen sollte. Einerseits aus historischen Gründen, als Reminiszenz an die vormals hier blühenden Rosen, und schliesslich liegt der Park an der Rosengartenstrasse! Andererseits wollte der Naturgärtner zeigen, dass die Rose kein
eitles Geschöpf ist, das, um gut auszusehen, nach Spritzmittel und Dünger verlangt. «Wildarten und viele Züchtungen sind ausgesprochen robust, wüchsig und langlebig», weiss der Gartenplaner aus Erfahrung.


Die Umsetzung war ein grosses Gemeinschaftswerk. Neben Mitarbeitenden des Werkhofs arbeiteten viele Freiwillige, Schülerinnen und Schüler wacker mit. Ein Kränzchen windet Peter Richard dem Zofinger Verein «Lebendiger Rosengarten», dessen Mitglieder mit unglaublichem Engagement dabei gewesen seien. Auch Alice
Sommer, Präsidentin des eigens für das Projekt gegründeten Vereins, erlebte die Zusammenarbeit äusserst positiv: «Die Leute vom Werkhof zeigten sich sehr interessiert am naturnahen Gärtnern und waren entsprechend motiviert.»


Bitte naschen!

Bei der Einweihung Anfang Juni fanden die Zofinger viele neue lauschige Plätze und Plätzchen vor, eine Vielfalt an naturnahen Pflanzen und Raum für Biodiversität und Begegnungen. Und natürlich den Nutzgarten, in dem Schulklassen sowie zwölf Kinder
des Bioterra-Projekts «Gartenkind» bereits fleissig am Gärtnern sind. Beeren und Obstgehölze umrahmen ihren «Pflanzblätz» – Naschen ist hier ausdrücklich erwünscht. Der grösste Teil des alten Baumbestandes ist noch da. Lediglich was allzu sehr nach Friedhof aussah, entfernten die Gärtner, ebenso invasive Neophyten. «Insgesamt haben wir eine sehr sanfte Umgestaltung vorgenommen und weitgehend auf den Einsatz von Maschinen verzichtet», sagt der Gartenbauer Peter Richard. Ein Team von Winkler Richard Naturgärten wird in den nächsten zwei Jahren einmal im Monat vor Ort sein. Es vermittelt den Mitarbeitenden des Werkhofs und
Interessierten, wie man biodivers pflegt, beispielsweise selektiv jätet oder die Gehölze zurückschneidet.

Das Leben zieht ein

Noch wirkt der Rosengarten etwas «neu». Die Pflanzen – es sind rund 270 Arten und Sorten – müssen sich zuerst entwickeln. In spätestens fünf Jahren wird es hier üppig und farbenfroh blühen: «Dann sind die Strukturen sichtbar. Es werden sich Räume gebildet haben, die einGefühl von Geborgenheit geben», erklärt Peter Richard.
Das andere, was die Besuchenden feststellen werden ist die Zunahme von Tierarten, die im Park ein grosses Nahrungsangebot finden. Über den neu belebten Park
freuen sich nicht nur Alice Sommer und ihr Verein, auch bei der Bevölkerung kommt er sehr gut an. Es gebe, so die Beobachtung, bereits Besuchende, die eigens wegen
des neuen Rosengartens nach Zofingen reisten.