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Lesetipp: Unsere kleine HomeFarm

Publiziert am 19.09.2020 von Giardina

Ein Mini-Bauernhof, wo sich Lebensmittel biologisch anbauen lassen, wo die Prinzipien der Nachhaltigkeit gelten und wo man von dem leben kann, was der Hinterhof erzeugt: Das ist das Versprechen der HomeFarm. Auf 25 Quadratmetern Fläche kombiniert die modular gestaltete Mini-Farm einen Gemüsegarten mit Kleintierhaltung, Fischen und Pilzen. Als beinahe geschlossener Kreislauf funktioniert sie nach den Prinzipien der Aquaponik. Herzstück ist ein Wasserbassin mit Tilapia-Speisefischen. Im Filterprozess werden dem mit Fischkot und -urin angereicherten Wasser in einem Siebtrommelfilter die Feststoffe entnommen. Der nachgeschaltete Biofilter wandelt Ammonium in Nitrit und dieses in pflanzenverfügbares Nitrat um. Das angereicherte Wasser wird in die Gemüsebeete und aufs Dach der HomeFarm gepumpt. Gemüse, Schilf und Wildstauden entziehen das Nitrat, das geklärte Wasser gelangt zurück zu den Fischen.




Zwei Jahre bis zum Resultat
Die Giardina-Absage hat die Gartisten nicht davon abgehalten, das Projekt «HomeFarm» umzusetzen. Die erste Kundenanlage wurde in Grüt-Gossau (ZH) aufgebaut. Vorab hatte ein Zimmermann die Holzelemente aus Weisstanne vorbereitet; in dessen Arbeitshalle baute das Gartist-Team sie zur HomeFarm zusammen. Im Kundengarten stellten sie die Farm schliesslich komplett in einem Stück auf. «Nach etwa sechs Wochen können die Tiere einziehen», erzählt Joel Kunz. «Zuerst muss die Technik – die Filteranlage, die Wasserheizung, der Futterautomat – fertiggestellt werden. Das ist relativ aufwendig.» Zwei Jahre haben Joel und Debora Kunz an der HomeFarm gefeilt. Im Fokus stand zunächst eine reine Aquaponikanlage. «Im Test haben wir gemerkt, dass es für ein stabiles und benutzerfreundliches System ein ‹Häuschen› braucht, inklusive Filterung auf dem Dach. Das Wasser für die Fische muss warm sein. Das gelingt über eine Poolheizung, die nur wenig Energie benötigt. Der Zusatznutzen ist ein temperiertes Haus für Pilze und Wasserlinsen. Mit den Wasserlinsen kann man die Fische und Hühner füttern. Man kann sie auch im Salat essen. So kam eines zum anderen.»



Bis zu 3000 Franken jährlicher Ertrag
Die Gesamtkosten für eine HomeFarm entsprechen laut Joel Kunz denen eines guten Mittelklassewagens. Darin beinhaltet sind Planung, Einbau, die Begleitung durch «Gartist» während des ersten Jahres sowie die Ausbildung zum HomeFarm-Gärtner. «Ohne den Kurs verkaufen wir die Anlage nicht», betont Joel Kunz. «Es braucht einen gewissen Wissensstand, um die technischen Abläufe zu verstehen.» Auf Nutzenseite steht ein jährlicher Ertrag von 40 kg Tilapia-Fisch, 5 kg Fleisch, 1000 Hühnereiern, 200 kg Gemüse, 15 kg Pilzen und 150 kg Wasserlinsen. Joel Kunz: «Monetär liegt der Ertrag bei 4000 Franken bei einem jährlichen Aufwand von etwa 2000 Franken. Je nach Betriebsart lässt sich der Ertrag jedoch um 1000 Franken steigern.» Die neuen HomeFarm-Besitzer können es kaum erwarten, dass der Mini-Bauernhof einsatzbereit ist. «Sie haben jetzt schon eine riesige Freude. Immerhin haben sie etwas im Garten, das noch niemand hat!» Mit der Finalisierung in Grüt-Gossau (ZH) ist die Geschichte der HomeFarm noch lange nicht zu Ende. Zwei weitere konkrete Anfragen für den Bauernhof en miniature gibt es bereits.

Text: Judith Supper; Fotos: Gartist

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